Es ist die Natur der Dinge: Die Stärke liegt in der Sanftheit.

Haben wir es nicht alle irgendwie so beigebracht bekommen? Sei stark, streng Dich an, beiß Dich durch und Du erreichst, was Du erreichen möchtest. Kaum in einem Atemzug wurden in diesem Zusammenhang die Wörter Sanftheit, Weichheit oder Entspannung erwähnt. Sicherlich waren Ruhepausen in Ordnung, um wieder neue Kraft zu schöpfen, aber der Gedanke dass genau in der Sänfte, in der Weichheit des Seins, die Stärke liegt, war absurd. Diesen Glaubenssatz schleppen wir leider sehr lange – manchmal ein ganzes Leben – mit uns herum, obwohl uns das Leben oft vom Gegenteil überzeugen möchte.

Eine Situation aus dem Leben… vielleicht hast auch Du es schonmal erlebt. Du bereitest Dich auf eine Präsentation, ein Meeting, oder eine Klausur vor und bist ein wenig angespannt, weil es keine alltägliche Situation für Dich ist oder viel auf dem Spiel steht. Du bist dennoch überzeugt, dass Du all das Wissen in Dir trägst, um erfolgreich abzuliefern. Du weißt was Du sagen möchtest und bist sehr bestimmt in Deiner Meinung. …Und dann ist er da, dieser Moment in dem alles weg ist und der Raum in Dir drin viel zu klein ist, um danach zu schauen, was Du eigentlich wolltest. Es fühlt sich an, als wären alle Türen in Dir geschlossen.

Wenn Du Dich in diesem Moment von außen beobachten würdest, würde man Dir neben der mentalen Anspannung auch sicherlich eine physische Härte ansehen – die Schultern an den Ohren klebend, die Hände in Pfötchenstellung oder ein verbissener Blick sind mögliche Ausprägungen. Versteifung und unnatürliche Stärke – im Innen und Außen – verhindern den Zugriff auf unsere Potential und das Leben in uns drin. Wir machen uns selbst schwach.

 

Das, was weich ist, ist stark.

“Water is fluid, soft, and yielding. But water will wear away rock, which is rigid and cannot yield. As a rule, whatever is fluid, soft, and yielding will overcome whatever is rigid and hard. This is another paradox: what is soft is strong.”

Diese alte Weisheit von Lao Tzu erinnert uns an die Kraft der Beschaffenheit von Wasser. So weich und nachgiebig, wie nichts anderes auf dieser Erde, hat Wasser die Fähigkeit, jedes Hindernis zu überwinden. Neben vielen anderen Qualitäten, kann Wasser Schluchten in Felsen reißen und ganze Berge versetzen.

Wenn uns die Logik der Natur so viel lehrt, warum machen wir es uns nicht einfach und nehmen uns davon etwas an? Warum sind wir nicht weicher, liebevoller und sanfter zu uns, wenn wir wissen, dass Stärke genau hier entspringt? Die Antwort ist einfach: weil wir zu steif und starr sind, alte Gewohnheiten zu hinter fragen und weil es uns nicht leicht fällt, aus alten Mustern auszubrechen. Es braucht viel Mut, weich zu sein.

Yoga bietet hier eine schöne Spielwiese, auf der Du Dich ausprobieren kannst… wenn Du es zulässt. Viele Yogaformen legen einen großen Fokus auf die Ausübung der perfekten Pose und lassen Steifheit und Angespanntheit im Körper zu. An dieser Stelle wirst Du dort stehen bleiben, wo Du gerade bist. Wenn Du also echte Stärke und eine tiefe Kraft entwickeln möchtest, braucht es etwas anderes. Strala Yoga wählt hier einen anderen Ansatz, der in nahezu jeder fernöstlichen Tradition – im Tai Chi & in unterschiedliche Heilungsformen – zu finden ist. Das Prinzip der ‚Kraft durch Kraftlosigkeit‘ revolutioniert nicht nur die Praxis auf der Yogamatte, sondern auch viele Denkmuster im Leben.

Mehr Weichheit will geübt sein und passiert nicht von Heute auf Morgen. Dennoch wirst Du im täglichen Üben merken, dass Dich diese Veränderung zu mehr Potential, zu mehr Kraft und mehr Ausdauer bringt. Die Kraft des Weichen  ist unermesslich.

The strongest version of you is you being soft.