Was wertvolle Gedanken in einer Yogaklasse zu suchen haben.

Yoga und Gedanken? Ist es nicht so, dass wir zum Yoga gehen, um den Geist zu beruhigen und den ‚Kopf abzuschalten’?
Wenn Du gerade noch nicht verstehst, worum es hier geht… dann schaff’ Dir etwas Raum und lies einfach weiter.

Yoga ist das 'zur-Ruhe-Bringen' der Gedanken im Geist

Um mal ganz von vorne anzufangen… Das Yoga Sutra von Patanjali, bekannt als der zentrale Ursprungstext des Yoga, gibt uns in den ersten vier Versen eine Erklärung darüber, was Yoga ist. In Vers 1.2 (yogaś-citta-vṛtti-nirodhaḥ) geht Patanjali darauf ein, dass Yoga das zur Ruhe bringen der Gedankenwellen im Geiste ist.
Gedankenlosigkeit oder das Schöpfen von Ruhe oder Beherrschen der Regungen des Geistes sind das Ergebnis der Praxis auf der Yogamatte – wohlbemerkt: das Ergebnis und nicht die Aufgabe.

Auch in den Strala Yoga Klassen bei Yogaliebe wirst Du immer daran erinnert werden, dass Du durch Fokus auf tiefe Atemzüge und Vertrauen in Deine natürlichen Bewegungen Deinen Geist zur Ruhe kommen lassen kannst.
Du musst nicht denken, wie Du Deinen Körper in eine Form bringst.
Du musst nicht denken, ob Du etwas richtig oder falsch machst.
Um das Ergebnis der Gedankenlosigkeit in Deiner physischen Praxis erfahren zu können, ist Deine einzige Aufgabe, nicht aufzuhalten, was ganz natürlich fließt – Bewegungen in Verbindung mit Deiner Atmung.

Solltest Du noch ein paar Gedanken aus Deinem Alltag mit Dir rumschleppen oder schon an die ToDo’s nach der Yogaklasse denken, dann wird Dir der Fokus auf Ein- und Ausatmung helfen, auch mental loszulassen. Vielleicht hast Du einen stressigen Tag hinter Dir, vielleicht trägst Du Verwirrung, Sorge oder trübe Gedanken mit Dir herum und gehst deswegen zum Yoga. Ja, Yoga hilft Dir Deinen Geist zu beruhigen. Es ist Übung, aber es ist möglich, wenn Du es zulässt.

Je tiefer Du atmest, desto mehr Raum entsteht.

Die Praxis auf der Yogamatte bietet Dir ein breites Spektrum an Tools, wie in Deinem Kopf aus Gedankenfülle mehr Leere entstehen kann. Deine Atmung ist eine Möglichkeit, mehr Raum zu schaffen. Vielleicht kannst Du es Dir so ganz gut vorstellen: Du bist umhüllt von einem Ballon und mit jeder Einatmung dehnt sich dieser Ballon ein Stückchen weiter aus. Jede Ausatmung erlaubt es Dir, diese neue Reichweite zu erleben und Dich hier umzusehen. Es entsteht Raum – neu und leer.
Ein leerer Raum ist etwas ganz Wunderbares. Ein leerer Raum fühlt sich leicht an und lässt den Wunsch hochkommen, hier bleiben zu wollen. Das kannst Du, so lange wie Du magst. …wenngleich ich Dir genau an dieser Stelle die Achtsamkeit mit frischen Gedanken ans Herz lege.

Leichtigkeit und Raum sind Nährboden für frische Gedanken.

Wenn Raum entsteht, ist Platz für Neues und es kann gut möglich sein, dass neue, frische und qualitativ sehr hochwertige Gedanken nicht bis nach der Yogaklasse auf sich warten lassen können. Was auch immer hochkommt, Dir bleibt in jedem Fall die Wahl, es zuzulassen und reinzugehen oder Dich selbst zurückzuholen und die Gedanken zur Seite zu schieben.
Was immer Deine Entscheidung ist, tu das was Du tust. Wenn Du Dich für die Gedanken entscheidest, dann gönn’ Dir den Raum für die Gedanken. Lass‘ zu, was aus Leichtigkeit und Leere gesehen oder besser gesagt gedacht werden möchte. Nicht sehr unwahrscheinlich ist, dass Du eine vollkommen neue und andere Qualität Deiner Gedanken erlebst, die großes Potential für grandiose Ideen, Einfälle oder Problemlösungen mit sich bringt.

Wenn Du lieber in die Leere zurück möchtest, dann richte Deine ganze Aufmerksamkeit wieder zurück auf die Atmung und genieße den Raum der Stille.

 

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Ich teile diese Gedanken mit Dir, da ich selbst aus meinen Yogastunden schon mit den tollsten Einfällen oder kreativsten Ideen rausgekommen bin. Auch dieser Beitrag hat seine Wurzeln in einer Yogastunde. Ich gehe achtsam mit Entscheidungen um, ob ich denken oder doch lieber leer sein möchte.

Funfact: Aus einer Yogastunde letzte Woche bin ich mit der Erinnerung rausgegangen, wo sich meine vermisste Uhr wohl versteckte. Zu Hause ging ich dem Gedanken nach und hatte recht – die Uhr war in einem Schuh im Schrank. 🙂

ANNA