In den meisten unserer Köpfe steckt die Logik, dass nur erfolgreich wird, wer pausenlos und mit 120% Engagement für etwas arbeitet. Doch ist das wirklich der richtige Weg, um Zugang zu unserem reinen Potential und dem Feld aller Möglichkeiten zu bekommen? Willkommen in der Sackgasse.

Die Intelligenz der Natur

Lassen wir uns für einen Moment von der Intelligenz der Natur belehren. Sie funktioniert in Ihrer besten Kraft mit Leichtigkeit & Mühelosigkeit. Wenn man die Natur beobachtet, erkennt man, dass nur der geringste Aufwand betrieben wird, um ihrer Funktion nachzukommen.
Gras muss sich nicht anstrengen, um zu wachsen.
Wasser fließt, ohne besondere Mühe aufzuwenden.
Die Erde dreht sich, ohne dass man sie anstoßen muss.
Fische schwimmen mühelos und leicht und das Fliegen liegt in der Natur eines Vogels.
…und trotzdem funktioniert alles.

Tu weniger, erreiche mehr

Das Prinzip der Ökonomie kennen wir aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Das Minimalprinzip setzt sich zum Ziel, mit geringstmöglichem Aufwand ein vorgegebenes Ergebnis zu erzielen während das Maximalprinzip mit gegebenem Aufwand das Ergebnis maximieren möchte. Wir nehmen uns diese Gleichungen oft als Leitsatz, wenn es z.B. um den Einsatz finanzieller Mittel geht. Beim Gebrauch von uns selbst gerät der Gedanke an einen möglichst nachhaltigen und effizienten Einsatz von Körper und Geist aber oft in den Hintergrund. Wir handeln ohne zu denken oder reagieren, ohne dabei an den Schutz und den sinnvollen Einsatz unserer eigenen Ressourcen zu denken. Dabei ist eins klar: jeder Mensch profitiert von einer harmonischen Interaktion zwischen Bewegung und Stille, Anspannung und Entspannung, sowie Aktion und Ruhe. Im Sinne einer stützenden, erhaltenden und sinnvollen Lebensweise ist das optimale Verhältnis zwischen Einsatz und Nutzen daher sehr ratsam.

Welche Rolle spielt Yoga dabei?

Yoga kann dabei helfen, die Anwendung des individuellen Optimumprinzipes Schritt für Schritt in Dein Leben zu integrieren – was wir den Körper erfahren lassen, verfestigt sich nämlich ganz gut im Geist. Wenn Du Lust darauf hast herauszufinden, wie Du mit weniger Aufwand mehr erreichen kannst, dann lass Deinen Körper in Deiner nächsten Yogaeinheit mal auf die folgenden Fragen antworten:

Wie kann der eine Teil Deines Körpers einen anderen Teil unterstützen?
Wieviel weniger Aufwand kannst Du einbringen, um am gleichen Ziel anzukommen?
Welche Teile Deines Körpers kannst Du in den unterschiedlichen Bewegungen entlasten? Wo trägst Du Spannung oder bringst Kraft ein, die Du gar nicht brauchst, um dort zu sein, wo Du bist?
Wie kannst Du Deinen Körper noch effektiver und nachhaltiger einsetzen?
Wie fühlt es sich für Dich an, statt den gewohnten 120% mal nur 70% zu geben?
Wie kannst Du Deinen Körper komplett einsetzen und nicht ein Teil vom anderen isolieren? Was passiert z.B. mit Deinem rechten Fuß, wenn Du den linken von der Matte löst?
Wie kannst Du Dich durch Deine Atmung unterstützen und tragen lassen?
Kannst Du achtsam wahrnehmen, wie Bewegung entsteht, in dem Du nicht aufhältst, was automatisch passiert?

Die Praxis auf der Yogamatte ist ‚nur’ ein Türöffner für ein müheloses und energiereiches Leben.

Viel Freude beim Ausprobieren und Üben. 🙂